Die Haut

Mit einer Oberfläche von eineinhalb bis zwei Quadratmetern ist die Haut das grösste Organ des Menschen und erfüllt eine ganze Menge, teilweise lebenswichtiger Funktionen. Die Haut hat grossen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Die Haut besteht aus 3 Schichten: Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut. Zur Haut gehören auch die sogenannten Hautanhangsgebilde, wie Haare, Nägel, Talg- und Schweissdrüsen.

Die Haare

Das Haar wird aus der Hornsubstanz Keratin gebildet. Der aus der Haut herausragende, mit blossem Auge sichtbare Abschnitt ist der Haarschaft. Der in der Haut befindliche Abschnitt ist die Haarwurzel, die sich nach unten zur Haarzwiebel (Bulbus) verdickt.

Der Haarfollikel lässt sich als röhrenförmige Einstülpung der Haut verstehen, die das Haar umhüllt. Der Eingang in den Haarfollikel wird als die Hautpore bezeichnet. In den oberen Teil des Follikels mündet seitlich die Talgdrüse. Der Talg wird entlang des Haarschafts zur Hautoberfläche geschoben und dort mit dem Schweiss verteilt. Ganz in der Tiefe des Follikels befindet sich die Haarpapille, wo sich die Haarstammzellen befinden (etwa ein bis fünf Millimeter unter der Hautoberfläche).

Entwicklung der Haare

Unsere Haare entstehen bereits vor der Geburt. Bei jedem Mensch werden etwa fünf Millionen Haarfollikel bereits vor der Geburt angelegt. Nach der Geburt kommen keine neuen Haarfollikel mehr hinzu. Obwohl Menschen genauso viele Haarfollikel besitzen wie Schimpansen, haben Menschen nicht so viele Haare. Das liegt daran, dass beim Menschen nicht in jedem Haarfollikel ein Haar wächst. Die meisten Haarfollikel sind bei uns inaktiv (schlafende Haarfollikel).

Im Mutterleib entwickeln die Menschen die Lanugobehaarung, die noch vor der Geburt abgestossen wird. Bei Kindern entwickeln sich dann sehr feine, pigmentarme Flaumhaare (Vellushaare). In der Pubertät wandeln sich im Durchschnitt 90% der Flaumhaare bei Männern und lediglich 25% bei Frauen zu festeren Terminalhaaren um. Die Terminalhaare sind die gut sichtbaren und manchmal eben störenden Körperhaare, die dann zum Ziel verschiedener Haarentfernungsmethoden werden.

Körperbehaarung

Die Verteilung der Körperhaare und deren Dichte sind geschlechtsspezifisch und variiert individuell stark in Abhängigkeit von der genetischen Veranlagung, vom hormonellen Status und vom Lebensalter. Definitive Körperbehaarung wird erst nach Abschluss der Pubertät erreicht. Starke Veränderungen des hormonellen Gleichgewichts, wie Schwangerschaft, hormonelle Therapie oder Wechseljahre, wirken sich auch in der Körperbehaarung aus.

Wachstum der Haare

Das Haarwachstum geht von der Haarpapille aus. Die Haarstammzellen produzieren neue Haarzellen, die schnell verhornen und auf dem Weg zur Hautoberfläche das Haar bilden. Das Haar entsteht somit in der Tiefe der Haut und wird langsam zur Hautoberfläche hinausgeschoben.

Das Haarwachstum ist ein zyklischer Prozess. Jeder Haarfollikel durchläuft drei Phasen: In der Wachstumsphase (Anagen) formiert sich die neue Haarpapille und beginnt die Produktion des neuen Haares. In der Übergangsphase (Katagen) wird die Zellproduktion eingestellt, das Haar wächst nicht mehr und löst sich von der Haarpapille. Am Ende der Ruhephase (Telogen) wird das Haar aus dem Haarfollikel abgestossen.

Das Haarwachstum ist asynchron. Jeder Follikel durchläuft den Zyklus unabhängig von seinen Nachbarfollikeln. Deshalb fallen jeden Tag nur wenige Haare und nicht alle zur selben Zeit aus und der ganze Prozess wird von uns kaum wahrgenommen. Der Wachstumszyklus der Haare ist je nach Körperregion sehr unterschiedlich. Unsere Kopfhaare haben eine extrem lange Anagenphase, die ein beträchtliches Längenwachstum unserer Kopfhaare ermöglicht. Bei Körperhaaren bestehen keine genauen wissenschaftlichen Angaben über die Längen einzelner Wachstumsphasen in verschiedenen Körperregionen - deshalb müssen wir uns auf Erfahrungswerte verlassen.

Haare, Haarwachstumszyklus und Photoepilation

Die dauerhafte Wirkung der Photoepilation basiert auf der bleibenden Schädigung der Stammzellen in der Haarpapille. Die Zerstörung der Haarstammzellen durch die Lichtenergie (Photoepilation) ist nur möglich, solange sich der Haarfollikel in der aktiven Wachstumsphase (Anagen) befindet. Das gilt für alle Technologien wie Laser, IPL oder SHR, unabhängig von der Herstellerfirma.

Die Wachstumsphasen der Körperhaare sind kurz und asynchron. Nur eine kleine Anzahl der Haarfollikel befindet sich in der Wachstumsphase. Daraus resultiert die physiologisch begründete Notwendigkeit der mehrfachen Behandlung eines Hautareals, um die vollständige Enthaarung zu erreichen.

Mit der Zerstörung aller Stammzellen in der Haarpapille wird die Produktion vom Haar ganz eingestellt. Eine Regeneration der Haarpapille ist nicht mehr möglich. Die Talgdrüsen werden auch durch mehrere Behandlungen NICHT verletzt. Die Funktion des Follikels als Ausführungsgang der Talgdrüse wird aufrechterhalten, obwohl das Haar fehlt. Der Follikelausgang, die Hautpore verfeinert sich. Verlust der Behaarung und Verfeinerung der Poren lassen die Hautoberfläche glatter und homogener aussehen.